Das Leben ist schön.

Achja... die Bunte Blogger Sache. Die sollte ich endlich anfangen!, denke ich mir und setze mich an den PC. Ich schiebe die Packung Gummibärchen zur Seite und mit ihr eine Tube Handcreme, ein Karten-Lesegerät, eine Pillendose, mein Portmonnee, ein Fläschchen Nagellackentferner, ein Fläschchen Nagellack, eine Tüte Eistee und zwei alte Schüsseln, in denen sich mal Cornflakes befunden haben. Und irgendetwas anderes. Ich entdecke das Marzipanei, was mir Dr. Universum mitgebracht hat. Ich finde, dass das ein schöner Spitzname für meinen Freund ist. Hase ist so ... mittlerweile.
Hier liegt auch noch eine neue Bestellung, die ich wegschicken werde, sobald das Geld da ist. Alles ganz easy. Und doch bringt mich mein momentaner Lebensstil irgendwie auf die Palme. xD

Und anstatt mir Gedanken über den lange versprochenen und heiss ersehnten Bunte Blogger Post zu machen, schreibe ich diese Zeilen hier.

Gestern hatte ich ein paar wunderbare Stunden mit zwei lieben Freunden. Ich hatte die Kamera in der Hand, Micha den Reflektor und Vivien ein paar Kirschblüten. Eine tolle Aufstellung!
Die Ergebnisse gefallen uns allen richtig gut und ich hatte nicht gewusst, dass wir so eine bezaubernde Kirschblütenallee auf dem Dorffriedhof haben.
Die Toten haben sich nicht an uns gestört, die Lebenden zum Glück auch nicht. Ich hätte aber meinem Opa kurz hallo sagen können. Jetzt tut es mir Leid, dass ich es nicht getan habe. Beim nächsten Mal.

Seit zwei Wochen nehme ich mir vor zu staubsaugen. Meint ihr ich hätte das bis jetzt fertig gebracht? xD Von wegen. Mal sehen ob ichs heut Abend noch fertig bringe.

Am Freitag ist schon das nächste Shooting geplant und ich hoffe, auch die Ergebnisse können sich so schön sehen lassen wie die von gestern. (:
Ich habe im Moment wieder richtig Spaß an der Fotografie. Endlich traue ich mich Menschen anzusprechen, um sie vor meine kamera zu zerren. Fremde Menschen.
Einen Stein muss ich nicht lange bitten. Eine Blume auch nicht. Und für die vielen Tierchen dort draußen bin ich nur eine stille Beobachterin. Aber Menschen zu fotografieren ist dann doch etwas ganz anderes. Aber es macht Spaß, und das ist die Hauptsache. Und ich muss aufhören mich an anderen messen zu wollen. Ich muss aufhören und mein eigenes Ding machen. Es gibt einen schönen Spruch, den ich mir immer wieder gerne in Erinnerung rufe und mir eines Tages wahrscheinlich sonstwohin tätowieren lasse:

"Wenn man sein Leben nicht in eine Geschichte verwandelt, so wird es Teil der Geschichte einer anderen Person."

Ein Zitat von Terry Pratchett aus "Maurice der Kater".
Ich habe noch nie ein Pratchett Buch gelesen. Es hat sich bis hierhin einfach noch nicht ergeben. Vielleicht komme ich ja eines Tages einmal in den Genuss. (:
Was man so hört soll vielversprechend sein.

Dieses Zitat jedenfalls geht mir seit Wochen nicht mehr aus dem Kopf.
Man fängt an zu überlegen, in wie weit man sein Leben selbst unter Kontrolle hat und in wie weit man sich von anderen beeinflussen lässt. Man sollte Dinge bewusster tun, oder?
Mir wurde klar, dass ich mein Leben aus der Hand gegeben habe. Ich lasse mich zu sehr von anderen beeinflussen, nehme mir zu Vieles zu sehr zu Herzen und treffe Entscheidungen erst dann, wenn ich mir die Fußspuren vor mir angesehen habe.
Ich habe mich nicht getraut meine eigenen Fußspuren zu hinterlassen. Dabei ist das so wichtig und eine Sache, die ich lernen muss. Und auch möchte.

Auf sich allein gestellt zu sein ist kein schönes Gefühl, finde ich.
Als es darum ging sich für ein Berufskolleg zu entscheiden, wollte ich nicht. Nicht, weil ich nicht weiterkommen wollte im Leben, sondern weil ich dort Niemanden kennen würde. Niemanden. Ich war allein.
Irgendwann jedoch findet man Menschen, die gleich ticken. Die einem einen Tritt in den Hintern verpassen und dich in ihre Mitte aufnehmen. Wenn man Glück hat sind diese Menschen dir wohlgesonnen...
Als es darum ging sich für eine Uni zu entscheiden, da hatte ich so fest gehofft, dass sich eine enge Freundin auch dafür entscheiden würde. Wir studieren zusammen und mir wird ganz schwer ums Herz, wenn sich unsere Wege bald wieder trennen sollen. Wir sind im 6. Semester.  Der Bachelor steht vor der Türe - leider nicht mit ner Rose im Mund. :D Und wenn wir es schaffen dann versuchen wir uns auch am Master. Denke ich.
Ich habe mir die Kurse ausgesucht, die die anderen ausgesucht haben. Weil ich nicht allein sein wollte. Mit allen zusammen hatte es bis jetzt so einen Spaß gemacht und das wollte ich nicht aufgeben.

Ich bin ohnehin ein Mensch, der glaubt er bleibe oft im Morast des Lebens stecken. Hey, ich habe nie behauptet ich sei super cool, super extrovertiert und super auffällig. Egal wie sehr ich etwas versuche, wie ich mich anstrenge, wie gut das Ergebnis ist, wie stolz ich auf mich bin - ich falle immer wieder in dieses eine kleine Loch, als hinge ich an einem Gummiseil und würde wieder zurückgerissen werden. Die anderen sind mir voraus, habe ich so den Eindruck. Die lassen sich nicht unterkriegen. Die ziehen ihr Ding durch. Haben Träume, Hoffnungen, Leidenschaften.



Und ich?


Was ist mein Traum?
Was ist mein großer Wunsch?
Mein Ziel?

Diese Frage stelle ich mir jeden Tag und noch nie ist mir eine Antwort darauf eingefallen.
Will ich Fotografin werden? Illustratorin? Model? Designerin?

Etwas kreatives auf jeden Fall. Aber was? Was kann ich gut? Was ist mein Talent. Ein Talent, das mich so erfüllt und glücklich macht, dass ich mein Leben danach ausrichte, so wie es viele andere in meinem Umfeld tun.

Ich will Niemandes Klotz am Bein sein. Ich will mich nicht dauernd fühlen, als ginge ich den Leuten auf die Nerven. Ich will mich nicht verstellen müssen, damit niemand merkt dass ich absolut keinen Plan von meiner Zukunft habe. Das zuzugeben ist schon echt ein hartes Stück.
Es geht vielen so, in meinem Alter. Und auch darunter und darüber. Aber mich macht die Tatsache momentan einfach fertig.

Ich bin auf andere angewiesen.
Und das ist es, was mein Leben zu einem Teil ihrer Geschichte macht und zu nichts weiter. Ich suche ständig Anschluss an die Gruppe, brauche Zustimmung und Schulterklopfen, aufmunternde Worte, Menschen die mir zeigen, dass sie mich in ihrem Leben schätzen.
Und ich schleife und trotte vor mich hin... wie ein Irrlicht was sich selbst im Wald verirrt hat.
Die Frage ist: Wie nimmt man sein Leben in die Hand? Wie verhindert man, dass Panik in einem aufkommt, sobald es still ist um einen herum. Dass man nicht so viel tut, bis man umkippt, nur um etwas zu tun zu haben. Dass man sich sein Leben nicht vollstopft nur um vor sich selbst davonzulaufen und sich nicht zuhören zu müssen?

Denn das tue ich momentan: Ich laufe vor mir weg.
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